Uranfabriken: Handlungsdruck steigt – „Brennelemente am laufenden Band“

17. August 2016  Atomenergie, NRW

Trotz der schrittweisen Abschaltung der hiesigen AKWs gibt es „Brennelemente am laufenden Band“, schreibt die Zeitung „Das Parlament“ in ihrer Sommerausgabe, in der sie sich vielschichtig in einem Schwerpunkt dem Thema Atomenergie widmet (hier als Epaper). Gemeint sind die Uranfabriken in Gronau und Lingen, die vom Atomausstieg bislang nicht betroffen sind. „Kapazitäten bei Urenco wurden sogar noch aufgestockt“, heißt es richtigerweise in dem Text, der auch die zahlreichen Anfragen des MdB Hubertus Zdebel (Sprecher für Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE) aufgreift. Und auch der FREITAG widmet sich diesen Uranfabriken, mit denen Deutschland weiterhin einen wichtigen und gefährlichen Beitrag für die Atomenergienutzung leistet.

Der politische Druck steigt, dass die beiden Uranfabriken in Gronau und Lingen nicht länger vom Atomausstieg verschont bleiben und ihr unbefristeter Betrieb nicht das letzte Wort in der Sache bleibt. Darüber berichtet der FREITAG in einem Artikel von Anika Limbach unter der Überschrift: „Uranfabriken unter Druck – Atomkraft Deutschland beliefert ausländische Reaktoren mit Brennstoff. Wie lange noch?

Vor allem die Uranlieferungen aus Gronau und Lingen für die maroden AKWs in Belgien (Doel, Tihange) und Frankreich (Fessenheim, Cattenom) haben in den letzten Wochen dafür gesorgt, dass die Stilllegung dieser Anlagen Schritt für Schritt auf die Tagesordnung kommt. Eine neue Studie der internationalen Ärzteorganisation IPPNW zeigt auch Handlungswege auf, zumindest einen Teil der Atomtransporte und Uranlieferungen einzuschränken. Maßnahmen, die die Bundesregierung trotz mehrfacher Nachfragen des MdB Zdebel bislang nicht ergreifen will. Allerdings: Die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks stellte jüngst in Aussicht, sie könne sich die Stilllegung dieser Anlagen vorstellen.

„Wir werden die Bundesregierung weiter unter Druck setzen, damit die Uranfabriken in Gronau und Lingen endlich in den Atomausstieg einbezogen werden“, kündigte Zdebel auch mit Blick auf das neue Gutachten an.

Hartnäckig weisen Anti-Atom-Gruppen immer wieder darauf hin, dass aus diesen bundesdeutschen Uranfabriken weltweit die Versorgung von Atomkraftwerken mit Brennstoff organisiert wird. Allein aus Gronau wird jedes zehnte AKW in der Welt mit Uran beliefert. Unterstützt werden diese Aktivitäten seit Jahren auch von Hubertus Zdebel, der mit parlamentarischen Initiativen immer wieder darauf verweist, dass es hier dringlichen Handlungsbedarf gibt. Zuletzt im Juni 2016 hat die LINKE.NRW die Stilllegung dieser Uranfabriken gefordert.

 

 


Ausdruck vom: 25.09.2020, 05:11:09 Uhr
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