Umstrittener Volkstrauertag: Zdebel kritisiert Schwarze-Peter-Spiel der Bundesregierung

15. Februar 2016  Allgemein, NRW, Pressemitteilungen

Das umstrittene Volkstrauertag-Gedenken vom November 2015 vor dem sogenannten „Dreizehner-Denkmal“ in Münster sorgt in Berlin für ein politisches Nachspiel. Der Münsteraner Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE) hatte bei der Bundesregierung kritische Fragen zur Teilnahme der Bundeswehr eingereicht. Der an dem Denkmal angebrachte Wahlspruch „Treue um Treue“ steht aufgrund seiner Wehrmachtsvergangenheit bei der Bundeswehr auf dem Index. Zdebel wollte vom Verteidigungsministerium wissen, warum die Bundeswehr trotzdem teilnahm und erhielt nur ausweichende Antworten.

„Die Bundesregierung hat mir immer noch nicht erklärt, warum die Bundeswehr in der Öffentlichkeit vor einem Denkmal mit besagtem Wahlspruch auftritt. Hat die Bundeswehr doch selbst festgestellt, dass der Spruch nicht geeignet sei, Traditionen der Bundeswehr zu pflegen“, so Zdebel.
Statt diesen Widerspruch aufzuklären, wird der Stadt Münster der Schwarze Peter zugespielt. So heißt es in dem Antwortschreiben, dass die Auswahl des Veranstaltungsortes alleine den Veranstaltern – der Stadt Münster sowie dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V.- obliege. „Das ist eine hilfloser Rechtfertigungsversuch“, so Zdebel. „Die Bundeswehr hätte ja auch entscheiden können, auf einen derart umstrittenen Auftritt zu verzichten.“

Zdebel sieht hier jedoch auch die Stadt in der Verantwortung: „Das militaristische Dreizehnerdenkmal ist nicht geeignet, den Opfern von Kriegen zu gedenken. Die Bundeswehr ist zudem keine Friedensorganisation – sie beteiligt sich an Interventionskriegen zur Sicherung von geostrategischen und wirtschaftlichen Interessen. Es wäre an der Zeit, die Kooperation zwischen Bundeswehr und Stadt zu beenden.“


Ausdruck vom: 28.11.2020, 01:22:38 Uhr
Beitrags-URL: https://www.hubertus-zdebel.de/umstrittener-volkstrauertag-zdebel-kritisiert-schwarze-peter-spiel-der-bundesregierung/
© 2020 Hubertus Zdebel, MdB