Noch mehr Risse im Reaktor Tihange 2 – Abschalten bevor es zu spät ist

Zu den Meldungen über neu entdeckte Risse im Reaktordruckbehälter des belgischen Atomkraftwerks Tihange 2 erklärt der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel, Sprecher für den Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE:

Es verschlägt einem den Atem, dass der belgische Innenminister Jambon jetzt noch mehr Risse einräumt, wieder keine Probleme erkennen will und den gefährlichen Reaktorblock 2 in Tihange weiter am Netz hält. Das ist ein Pokerspiel mit der Sicherheit und eine unverantwortliche Bedrohung für die Menschen im Großraum des Atommeilers, auch für die Bevölkerung in NRW.

Die Bundesregierung muss den Druck für die Stilllegung der Schrottreaktoren in Tihange und auch in Doel erhöhen und die Ausfuhrgenehmigungen von Atombrennstoff aus deutschen Uranfabriken in Gronau und Lingen nach Tihange und Doel endlich beenden. Die Haltung der Bundesregierung ist unglaubwürdig: Einerseits fordert sie, dass diese Anlagen dringend abgeschaltet gehören. Andererseits sorgt sie dafür, dass weiterhin der Brennstoff für den Weiterbetrieb dieser maroden Atomkraftwerke aus Deutschland geliefert wird.Das passt doch hinten bis vorne nicht zusammen.

Peinlich ist obendrein, dass das nun wenige Tage nach der ersten Sitzung der neuen belgisch-deutschen Atom-Arbeitsgruppe bekannt wird. Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung die Stilllegung endlich zur Chefsache erklärt und die belgische Regierung zum Abschalten auffordert.“


Ausdruck vom: 24.09.2020, 04:52:51 Uhr
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© 2020 Hubertus Zdebel, MdB