Görings Nazi-Geologen bauten Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe auf. Zdebel (DIE LINKE) fordert umgehende, umfassende und rückhaltlose Aufarbeitung der Geschichte der BGR

06. Oktober 2016  Allgemein

„Geologen wie Alfred Bentz, Hans-Joachim Martini und Gerhard Richter (-Bernburg) stellten ihr wissenschaftliches Können in engster Zusammenarbeit mit deutschen Erdölkonzernen ganz in den Dienst der Kriegsvorbereitung und der räuberischen imperialistischen Expansion Nazi-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit: Die Jagd nach kriegsnotwendigen Rohstoffen, insbesondere nach Erdöl. Nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen sie zu Präsidenten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) auf. Besonders skandalös: Ihre braune Vergangenheit wird bis heute totgeschwiegen. Die Geschichte der BGR und ihrer ‚Vorgängerorganisationen‘, insbesondere der Preußischen Geologischen Landesanstalt (PGLA) und der Reichsstelle und des Reichsamtes für Bodenforschung, muss jetzt endlich umfassend und rückhaltlos wissenschaftlich aufgearbeitet werden“, fordert der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Fraktion DIE LINKE) als erste Konsequenz. „Ich bin schon sehr gespannt auf die Antwort der Bundesregierung auf meine Kleine Anfrage zu dieser Thematik.“

Zdebel weiter:

„Mit Blick auf den ehemaligen Präsidenten der BGR, Hans-Joachim Martini, liegen mir inzwischen Original-Dokumente im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Geologe im „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren“ und in der 1939 gegründeten „Slowakischen Republik“ vor. Diese zeigen, dass Martini 1937 in die NSDAP und 1942 in die SS eingetreten ist und seine Tätigkeit bedeutsam für die Kriegsführung durch Nazi-Deutschland, vor allem auf dem Gebiet der Erlangung kriegsnotwendiger Rohstoffe, war. Trotz lupenreiner Nazi-Vergangenheit: Einen Schaden nahm Martini im Nachkriegsdeutschland dadurch nicht. Von 1958 bis 1962 war Martini unter Alfred Bentz stellvertretender Präsident, von 1962 bis 1969 Präsident der BGR.

Noch heute ist Martini Namensgeber für eine Stiftung, die aufgrund von Medienberichten im Verdacht steht, dass Gutachten der BGR möglicherweise über die Hans-Joachim-Martini-Stiftung durch Gelder aus der Wirtschaft beeinflusst worden sind. Gelder auch von Konzernen, die im Dritten Reich von dem Wirken von Martini und Bentz massiv profitiert haben.

Aber auch der Martini-Nachfolger Gerhard Richter (-Bernburg), 1962-1970 stellvertretender Präsident der BGR unter Martini, 1970-1972 Präsident der BGR (NSDAP. Mitgliedsnummer: 5386548), und der ehemalige Leiter der Auslandsabteilung der BGR, der Lagerstättenkundler Alfred Cissarz (NSDAP-Mitgliedsnummer: 5057224) waren in die Aktivitäten des Reichsamtes für Bodenforschung während des Dritten Reichs verstrickt.

Diese Zusammenhänge müssen endlich umgehend und rückhaltlos aufgeklärt werden. “

Erste Dokumente finden Sie hier:

http://www.hubertus-zdebel.de/dokumente-ueber-den-ex-bgr-praesidenten-dr-hans-martini-und-die-kriegsfuehrung-im-nationalsozialismus/

 

 

 


Ausdruck vom: 21.09.2020, 20:19:33 Uhr
Beitrags-URL: https://www.hubertus-zdebel.de/goerings-nazi-geologen-bauten-bundesanstalt-fuer-geowissenschaften-und-rohstoffe-auf-zdebel-die-linke-fordert-umgehende-umfassende-und-rueckhaltlose-aufarbeitung-der-geschichte-der-bgr/
© 2020 Hubertus Zdebel, MdB