Anstieg der Kinderarmut: „Hartz IV ist Armut per Gesetz“

22. Mai 2017  NRW, Pressemitteilungen

Immer mehr Kinder in Deutschland sind von Hartz IV abhängig. Die Zahl stieg bis Dezember 2016 auf rund 1,6 Millionen, im Dezember 2015 waren es noch rund 1,54 Millionen. Im Dezember 2013 waren es noch 1,47 Millionen. Das geht aus Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit für die Linksfraktion hervor. Auch in Münster stieg die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die als arm gelten, in den vergangenen Jahren auf knapp 7300 Betroffene an – prozentual auf 16,3 Prozent. Für den Münsteraner Bundestagsabgeordneten, Hubertus Zdebel, trägt die CDU/SPD-Bundesregierung die Schuld an der Ausweitung der Kindesarmut. Zdebel erklärt:

“Die massiv gestiegenen Zahlen von Kindern in Hartz IV unter der jetzigen Regierung sind ein Armutszeugnis für die Große Koalition. Hier paart sich Ignoranz mit Unfähigkeit auf Kosten der Jüngsten in unserer Gesellschaft. Es ist skandalös, dass Familienplanung heute oftmals Armutsrisiko für Kinder bedeutet. Trotz wachsender Steuereinnahmen im Milliardenbereich halten CDU/CSU und SPD das Ausmaß an Kinderarmut in Deutschland anscheinend nicht für handlungsbedürftig. Eine halbe Million Kinder in Langzeit-Hartz IV und zwei Millionen Kinder in Armut sind für Deutschland beschämend. Wo Kinderreichtum zum Armutsrisiko wird, kann vom Sozialstaat keine Rede sein.

Statt Milliarden in Rüstung zu investieren und eine Politik für Superreiche und Konzerne zu machen, brauchen wir endlich eine Offensive für soziale Gerechtigkeit. Ein erster Schritt wäre die Abschaffung von Hartz-IV – denn Hartz IV ist Armut per Gesetz. Stattdessen wollen wir eine solidarische Mindestsicherung einführen sowie das Kindergeld erhöhen.“


Ausdruck vom: 26.09.2020, 18:20:23 Uhr
Beitrags-URL: https://www.hubertus-zdebel.de/anstieg-der-kinderarmut-hartz-iv-ist-armut-per-gesetz/
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