Waffenteile in Uranfabrik: Zdebel kritisiert Sicherheitsmängel bei URENCO und stellt Frage an die Bundesregierung

23. August 2018  Atomenergie, NRW, Pressemitteilungen

„Die Urananreicherungsanlage in Gronau ist keine Schokoladenfabrik“

Mit Besorgnis und Empörung reagiert der Münsteraner Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE) auf den Waffenteilefund in der URENCO-Urananreicherungsanlage in Gronau. Medienberichten zufolge ist es einem Mitarbeiter gelungen, Waffenteile in die Anlage zu schmuggeln. Bei einer späteren Hausdurchsuchung bei dem Mitarbeiter wurden weitere Waffen gefunden. „Dass das überhaupt passieren konnte, spricht nicht für die Sicherheitskontrollen in der Anlage. Bereits in der Vergangenheit hat es wiederholt Probleme hinsichtlich der Sicherheitskonzepte gegeben. Diese Probleme gibt es offenbar immer noch“, so Zdebel.

Zdebel fordert eine vollumfängliche Aufklärung der Vorgänge und eine Überarbeitung des Sicherheitskonzeptes für die Anlage: „Eine firmeninterne Untersuchung der Vorgänge reicht überhaupt nicht aus.“, so Zdebel. „Die Bevölkerung muss über die Vorgänge umfassend informiert werden. URENCO, ihre Anteilseigner E.ON und RWE sowie die Düsseldorfer Atomaufsicht, aber auch die Bundesregierung stehen nun in der Pflicht, ein neues Sicherheitskonzept für den gesamten Betrieb der Anlage vorzulegen, damit sich so etwas nicht wiederholt. Schließlich handelt es sich bei der Anlage nicht um eine Schokoladenfabrik. In der Anlage befindet sich eine hochbrisante Technologie, die dem Bau einer Atombombe dienen kann.“

Zdebel möchte deshalb auch von der Bundesregierung mehr erfahren und hat eine parlamentarische Frage bei der Bundesregierung eingereicht: „Ich möchte von der Bundesregierung wissen, welche Erkenntnisse ihr zum Fall vorliegen und welche Maßnahmen geplant sind, damit solche Vorkommnisse sich möglichst nicht wiederholen können“, so Zdebel. „Ohnehin ist die Stilllegung der Gronauer Uranfabrik überfällig. Der Weiterbetrieb der Urananreicherung in Deutschland ist mit dem beschlossenen Atomausstieg nicht vereinbar.“


Ausdruck vom: 21.11.2018, 07:30:05 Uhr
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