Uranfabrik Gronau: Wohin mit dem Atommüll?

11. August 2014  Atomenergie

Nachgefragt: Mit einer Schriftlichen Kleinen Anfrage will der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel mehr über den Umgang mit dem Atommüll der Uranfabrik in Gronau in Erfahrung bringen. Die Uranfabrik in Gronau ist vom Atomausstieg ausgenommen und verfügt über eine unbefristete Dauergenehmigung. In Gronau wird vor allem mit Uranhexafluorid (UF6) gearbeitet. Für das neue Atommülllager, welches demnächst in Gronau in Betrieb gehen soll, muss das UF6 aber „konvertiert“ – also umgewandelt – werden. Das ist mit zahllosen Atomtransporten verbunden. Noch erfolgt diese Urankonversion in Frankreich, künftig aber wohl in England. Die kleine Anfrage- noch ohne Antworten der Bundesregierung – ist hier als PDF.

Die zum URENCO-Konzern gehörende Uranfabrik in Gronau ist nicht nur vom Atomausstieg ausgenommen und darf ohne Befristung Atomkraftwerke in aller Welt mit dem erforderlichen Brennstoff versorgen. Ebenso unbefristet ist die Atommüllproduktion. Demnächst wird eine Lagerhalle für insgesamt 60.000 Tonnen Uran-Müll in Betrieb gehen.Weil auch die Lagerung ohne jede Befristung erfolgen soll, sprechen Bürgerinitiativen bereits vom einem „Endlager durch die Hintertür“.

Bevor eine Einlagerung in der Atommüll-Halle möglich ist, muss das Uran zunächst umgewandelt werden. Für die Produktion wird es als Uranhexafluorid (UF6) benötigt. Eine besonders reaktionsfreundige udn gefährliche Uran-Mischung. Für eine längere Lagerung ist es in diesem Zustand zu riskant. Daher muss es in eine stabilere Variante umgewandelt werden: Uranoxid (U3O8). Derzeit erfolgt diese Umwandlung, verbunden mit zahlreichen Atomtransporten, in Pierrelatte, Frankreich. Künftig dürften die Atomtransporte mit dem abgereicherten UF6 von Gronau aus Richtung England auf die Reise gehen, vermutet der Abgeordnete. Denn dort wird unter dem Dach des URENCO-Konzerns derzeit eine neue Konversionsanlage gebaut, die im nächsten Jahr ihren Betrieb aufnehmen soll. So werden dauerhaft neuer Atommüll, weitere Atomtransporte und viele Risiken erzeugt.


Ausdruck vom: 15.08.2018, 07:17:13 Uhr
Beitrags-URL: http://www.hubertus-zdebel.de/uranfabrik-gronau-wohin-mit-dem-atommuell/
© 2018 Hubertus Zdebel, MdB