Stilllegung der AKWs Tihange und Doel: RWE-Braunkohle keine Lösung

09. Januar 2018  Atomenergie, NRW, Pressemitteilungen

Um die gefährlichen belgischen Atomreaktor-Blöcke Tihange 2 und Doel 3 vom Netz zu nehmen, braucht es keinen RWE-Braunkohle-Strom, wie es jüngst der NRW-Ministerpräsident Laschet (CDU) vorgeschlagen hatte. „Atomgefahren mit den Gefahren der Klimakatastrophe zum Vorteil von RWE gegeneinander auszuspielen ist ohnehin unredlich. Vor allem aber würde das die Stilllegung der maroden Reaktorblöcke weiter verzögern, wie die Antwort der Bundesregierung auf meine Schriftliche Einzelfrage zeigt,“ sagt der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel.

„Die zwei, derzeit in Planung befindlichen lnterkonnektoren nach Belgien würden bei Fertigstellung eine Übertragungskapazität von jeweils 1000 MW haben und können frühestens 2020 bzw. 2025 in Betrieb genommen werden. Andere Alternativen, wie z.B. die Kooperation Belgiens mit den Niederlanden und dem dortigen gasbefeuerten 1,3 GW Block C des GuD-Kraftwerks Claus wären zielführender.“

Schriftliche Einzelfrage des MdB Hubertus Zdebel:
Welche Kapazitäten an Strom können mit den derzeit in Planung befindlichen lnterkonnektoren nach Belgien künftig aus Braunkohlekraftwerken Nordrhein-Westfalens nach Belgien exportiert werden und ab wann (Quellen: Bundesbedarfsplangesetz Projekt Nr. 30; Netzentwicklungsplan Nr. P65: https://www.netzentwicklungsplan.de/de/node/1578 auch hier: https://www.amprion.net/Netzausbau/Aktuelle-Projekte/ALEGrO-Deutschland-Belgien/; Netzentwicklungsplan NEP Nr. P313: https://netzentwicklungsplan.de/de/node/1643)?

Antwort des Staatssekretärs Rainer Bake, BMUB, 4. Januar:
Die Grenzkuppelleitung ALEGrO (BBPIG Nr. 30) nach Belgien würde bei Fertigstellung eine Übertragungskapazität von 1000 MW haben. Der derzeit von den Netzbetreibern anvisierte Inbetriebnahmezeitpunkt ist das Jahr 2020. Der weitere Interkonnektor nach Belgien (NEP Nr. P313), der im Netzentwicklungsplan 2017 bis 2030 erstmals von der Bundesnetzagentur bestätigt wurde, würde bei Fertigstellung ebenfalls eine Übertragungskapazität von 1000 MW haben. Der von den Netzbetreibern anvisierte Inbetriebnahmezeitpunkt für diesen Interkonnektor ist das Jahr 2025. Über die beiden lnterkonnektoren kann nach Inbetriebnahme Stromhandel stattfinden. Von Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt hängt ab, ob Strom exportiert oder importiert wird und welcher Strommix (inklusive oder exklusive Strom aus Braunkohlekraftwerken Nordrhein-Westfalens) gehandelt wird.

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Ausdruck vom: 19.04.2018, 11:37:47 Uhr
Beitrags-URL: http://www.hubertus-zdebel.de/stilllegung-der-akws-tihange-und-doel-rwe-braunkohle-keine-loesung/
© 2018 Hubertus Zdebel, MdB