Stellenabbau bei RWE: Hauptsache, die Dividende stimmt.

15. Oktober 2018  Kohleausstieg, NRW, Pressemitteilungen

Heute demonstrieren RWE-Beschäftigte für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze vor den Werkstoren im Rheinischen Revier. Hubertus Zdebel, NRW-Bundestagsabgeordneter der LINKEN und Umweltexperte seiner Fraktion, zeigt sich ebenso empört über die Ankündigung von RWE-Chef Rolf Martin Schmitz, aufgrund des Rodungsstopps im Hambacher Forst Stellen abbauen zu wollen:

„Das ist ein ganz billiges und mieses Manöver von RWE-Chef Schmitz. Während die RWE Aktienkurse in den Keller rauschen, beteuert der RWE-Manager gegenüber seinen Aktionärinnen und Aktionären, dass die Dividenden stabil bleiben. Gleichzeitig droht er den Arbeiterinnen und Arbeitern mit vorzeitigen Kündigungen und wiegelt sie dadurch gegen die Klimabewegung auf.

Schmitz tut so, als wären ihm die Beschäftigten wichtig. Doch in Wahrheit geht es ihm um die Profite. Er lenkt vom Interessensgegensatz zwischen Kapital und Lohnarbeit ab. Dabei wäre es auch im Interesse der Belegschaften, wenn bald Klarheit über einen sozialverträglichen Strukturwandel herrschen würde. Der Stellenabbau in der Kohleindustrie findet eh statt, doch bislang bleibt er der ‚Anarchie des Marktes‘ überlassen und geschieht ohne soziale Begleitmaßnahmen.

Das RWE-Management sollte sich schleunigst darum bemühen, endlich ins Zeitalter der erneuerbaren Energien einzutreten. Jahrelang hat der Konzern die Energiewende mutwillig blockiert und satte Profite mit Atom- und Kohlestrom verdient, während andere Unternehmen längst aus den fossilen Energien aussteigen. RWE muss jetzt handeln. Der jüngst veröffentlichte IPCC-Klimabericht bestätigt einmal mehr, dass enorme Anstrengungen erforderlich sind, um den Planeten dauerhaft bewohnbar zu halten und die schlimmsten Klimaveränderungen abzuwenden.

DIE LINKE kämpft dafür, dass die Kumpel nicht ins Bergfreie fallen. Deshalb fordern wir seit langem einen sozial flankierten Kohleausstieg, bei dem RWE und die Aktionäre nicht aus der finanziellen Verantwortung entlassen werden. Gemeinsam mit den Gewerkschaften wollen wir Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich erreichen und betriebsbedingte Kündigungen komplett verhindern. Dem steht nicht nur Konzernchef Schmitz entgegen. Immer weitere Details über die Verstrickung von NRW-Landesregierung und RWE geraten ans Licht. Innenminister Herbert Reul (CDU) war in seiner Zeit als EU-Parlamentarier eifriger Industrielobbyist, der sich mit Klimawandelleugnern umgab.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Gregor Golland, ist sogar nebenberuflich für RWE tätig und kassiert satte Honorare. ‚Mein Schwerpunkt ist die Innere Sicherheit, wo soll ich da Lobbyarbeit für RWE machen?‘, gab er vor zwei Jahren in einem Interview zu Protokoll. Denken wir nochmal nach. Innere Sicherheit? Innenministerium? Hambacher Forst? Da war doch was…“


Ausdruck vom: 10.12.2018, 22:49:55 Uhr
Beitrags-URL: http://www.hubertus-zdebel.de/stellenabbau-bei-rwe-hauptsache-die-dividende-stimmt/
© 2018 Hubertus Zdebel, MdB