Nachgefragt: Atommülllager Leese in Niedersachsen – „Auffällige Fässer“ und geplanter Neubau

13. September 2017  Allgemein, Atomenergie

Im niedersächsischen Leese befinden sich Lager mit leicht- und mittelradioaktiven Abfällen aus der ehemaligen niedersächsischen Landessammelstelle und ein Zwischen- bzw. Außenlager der Firma Eckert & Ziegler Nuclitec (EZN). Das Ganze ist offenbar nicht mehr auf Stand von Wissenschaft und Technik. Ein Neubau steht an. Auch Rostfässer, bzw. im Amtsdeutsch: Fässer mit Auffälligkeiten, wurden in Leese gefunden (HAZ). Der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE) fragt jetzt die Bundesregierung, wie die Situation in Leese ist und wie es weiter gehen soll.

Die örtliche BI, BISS Leese, hält das Zwischenlager nicht für zukunftsfähig. Im Vorspann der Kleinen Anfrage, die Hubertus Zdebel jetzt auf den Weg gebracht hat, heißt es zum Atommülllager Leese in Niedersachsen:

„Im niedersächsischen Leese befinden sich Lager mit leicht- und mittelradioaktiven Abfällen aus der ehemaligen niedersächsischen Landessammelstelle und ein Zwischen- bzw. Außenlager der Firma Eckert & Ziegler Nuclitec (EZN).

In einem Bericht des niedersächsischen Umweltministeriums aus 2015 heißt es über den Standort Leese: „Das Außenlager Leese wird von der Firma Eckert & Ziegler Nuclitec GmbH betrieben. An schwachradioaktiven Abfällen werden 1485 Fässer aus der ehemaligen Landessammelstelle Steyerberg, 3400 Fässer der Firma GE Healthcare Buchler GmbH & Co. KG aufgrund einer Anordnung des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig sowie fünf Konrad-Container Typ IV der Landessammelstelle Niedersachsen zwischengelagert. Weiterhin dient die Anlage als betriebliches Außenlager der Firma Eckert & Ziegler Nuclitec GmbH u. a. zur Abklinglagerung und zur temporären Lagerung für in- und ausländische Abfälle aus der Lohnkonditionierung.“ (S. 25, Anlage 1: Übersicht der Lagerstandorte für radioaktive Abfälle in Niedersachsen (Stand: 30.01.2015), siehe: hier, PDF))

Da die Lagerungsbedingungen in Leese offenbar nach dem Volumen als auch nach dem Stand von Wissenschaft und Technik nicht mehr ausreichend sind, soll nach unseren Informationen ein neues Zwischenlager in Leese errichtet werden.

Laut dem Atommüllreport gehört das Gelände, auf dem die Zwischenlager stehen, „der Raiffeisen Warengenossenschaft eG Leese.“ Weiter heißt es dort: „Große Teile des Geländes werden als Betriebsgrundstück verwendet (Bio-Energie-Park Oehmer Feld), weitere Bereiche wurden vermietet. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Lager EZN liegt die Firma DAHER-Transkem.“ (Stand 16.8.2017, http://www.atommuellreport.de/daten/landessammelstelle-niedersachsen-leese.html)

Der Eigentümer des Geländes soll mitgeteilt haben, dass er an einer Verlängerung des bestehenden Pachtvertrages über das Jahr 2030 hinaus kein Interesse hat. (http://regionalbraunschweig.de/leuer-ein-zwischenlager-in-braunschweig-wird-es-nicht-geben/)

Derzeit gibt es in Leese offenbar keine Möglichkeit, die dichtgepackten Behälter mit radioaktiven Abfällen vollständig zu kontrollieren, weil diese aufgrund der Vorort-Situation zu eng gestellt sind. So können Kontrollen über Rostschäden und andere Mängel – wie sie bei Kontrollen in anderen derartiger Lager gefunden wurden – nicht durchgeführt werden. Bei den in Leese gelagerten Fässern sind offenbar in mehreren Fällen „Auffälligkeiten“ festgestellt worden. (siehe : https://www.umwelt.niedersachsen.de/ministerium/minister/reden_beitraege_interviews/auffaellige-faesser-mit-altabfaellen-im-zwischenlager-leese-143873.html und http://www.weserbergland-nachrichten.de/nienburg/9585-2016-07-28-14-46-58)“

 


Ausdruck vom: 22.09.2017, 15:25:34 Uhr
Beitrags-URL: http://www.hubertus-zdebel.de/nachgefragt-atommuelllager-leese-in-niedersachsen-auffaellige-faesser-und-geplanter-neubau/
© 2017 Hubertus Zdebel, MdB