Kein Grund zur Entwarnung – Atommeiler Tihange 2 und Doel 3 bleiben weiterhin größte Unsicherheitsfaktoren.

„Der Bericht der Reaktor-Sicherheitskommission ist kein Grund zur Entwarnung sondern wirft viele Fragen auf. Ich erwarte dazu zeitnah eine umfassende Stellungnahme des Bundesumweltministeriums“, mahnt Hubertus Zdebel, Sprecher für den Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag.

Zdebel weiter:

„Auch wenn es für die RSK plausibel ist, dass die Risse an den Reaktordruckbehältern der belgischen AKWs in Doel und Tihange bei der Herstellung entstanden seien, wie von Betreiber und der belgischen Atomaufsichtsbehörde unterstellt, ändert das nichts daran, dass diese Reaktoren mit den entdeckten Rissen nicht in Betrieb hätten gehen dürfen.

Zwar heißt es im Bericht, es sei nicht erkennbar, dass die Risse durch den Betrieb der Reaktoren zugenommen hätten. Gleichzeitig verbleibt nach Auffassung der Reaktor-Sicherheitskommission jedoch die Frage bezüglich einer ausreichenden experimentellen Absicherung der Berechnungsmethoden für Rissfelder. Unabhängig davon, ob die aktuellen Materialeigenschaften des Reaktordruckbehälters nachträglich überhaupt noch experimentell bestimmbar sind, kann ohne diese Absicherung ein Wachstum der Risse während des Betriebs nicht hinreichend sicher ausgeschlossen werden.

Für mich bleibt es dabei: Ein Reaktordruckbehälter, der nicht zweifelsfrei die nach zahlreichen Regelwerken und Regeln der Internationalen Atomenergieorganisation erforderlichen Sicherheitseigenschaften aufweist, darf nicht in Betrieb sein. Angesichts der zahlreichen ungeklärten Fragen über die mehr als 3000 Risse im Block 2 von Tihange und den mehr als 11.000 Rissen in Doel 3 müssen diese Reaktoren abgeschaltet werden.

Die Bundesregierung muss endlich die deutsche Beihilfe für den Betrieb der maroden belgischen Reaktoren durch Brennstofflieferungen beenden und die Uranfabriken in Gronau und Lingen abschalten. Nur so kann man auch gegenüber der belgischen Regierung eine klare Position für die Forderung nach Abschaltung der AKW untermauern.“


Ausdruck vom: 21.11.2018, 07:29:27 Uhr
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