Hubertus Zdebel fordert sofortige Konsequenzen aus den Erdbeben im Landkreis Verden

25. November 2019  No-Fracking, Pressemitteilungen

Zu den Erdbeben im niedersächsischen Landkreis Verden erklärt der Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Hubertus Zdebel: „Nach den drei Erdbeben am 20.11.2019, die teilweise Rekordwerte für den Landkreis aufwiesen, müssen sofort Konsequenzen gezogen werden. Ich fordere, dass die Erdgasförderung in dieser Region sofort gestoppt wird. Zudem muss der Ausstieg aus der gesamten Erdöl- und Erdgasförderung sowohl in Niedersachsen als auch in ganz Deutschland umgehend vorbereitet und umgesetzt werden. Ein kurzfristiges Ende der Erdgasförderung sind die niedersächsische Landesregierung und die Bundesregierung der Bevölkerung in den Förderregionen schuldig, die zunehmend von den katastrophalen Folgen der Gasgewinnung betroffen ist. Es wird Zeit, dass die Landesregierung und die Bundesregierung endlich ihre Verantwortung wahrnehmen.

Es ist zynisch, wenn der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann erklärt, dass aufgrund der großen Erdgasreserven des Bundeslandes und wirtschaftlicher Verpflichtungen ein Stopp nicht durchsetzbar sei. Denn damit stellt er die Interessen von Gaskonzernen wie Wintershall Dea über die Interessen der Bevölkerung, die zu Recht nicht von Erdbeben und Schäden durch die Erdgasförderung bedroht werden will. Statt die Profite der Gaskonzerne faktisch für unantastbar zu erklären, sollte Althusmann Strukturfördermittel für betroffene Regionen bereitstellen, damit das notwendige kurzfristige Ende der Erdgasförderung nicht auf dem Rücken der Menschen in der Region ausgetragen wird. Dass ein Stopp der Erdgasförderung bei einem entsprechenden politischen Willen möglich ist, zeigt ein Blick in die Niederlande. Dort hat die Regierung nach Erdbeben in der Region Groningen entschieden, die Erdgasförderung erheblich zu verringern und bis Mitte 2022 gänzlich in diesem Gebiet einzustellen.“

Zdebel warnt dabei vor einem möglichen Winkelzug der Protagonisten der Erdgasförderung: „Es wäre fatal, aus der Förderung von Erdgas aus konventionellen Lagerstätten wegen der damit verbundenen  Gefahren auszusteigen, nur um das Fracking-Verbot im Schiefergestein zu Fall zu bringen und so auf die Förderung aus unkonventionellen Lagerstätten umzusteigen. Denn Gas aus unkonventionellen Lagerstätten kann nur mit der extrem umweltschädlichen Fracking-Methode gewonnen werden. Geboten ist vielmehr ein vollständiger Verzicht auf die Gasförderung.“


Ausdruck vom: 15.12.2019, 04:07:17 Uhr
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