Hubertus Zdebel (DIE LINKE) fordert Aufklärung über 500 Millionen Euro Zusage der Kanzlerin für Förderung von Fracking-Flüssiggas Terminal

Laut Medienberichten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel im Oktober vor einer kleinen Gruppe von Bundestagsabgeordneten gesagt, dass die Bundesregierung beschlossen habe, den Bau eines Transportterminals für verflüssigtes Erdgas (LNG) in Norddeutschland mit 500 Millionen Euro mitzufinanzieren.

Hubertus Zdebel (DIE LINKE), Mitglied seiner Fraktion im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages, sieht Aufklärungsbedarf:

„Die Ereignisse der letzten Tage könnten widersprüchlicher nicht sein. Einerseits legt die Umweltorganisation ‚Transport und Environment‘ in Brüssel eine Studie vor, die belegt, dass der Einsatz von Flüssiggas (LNG) die Treibhausgasemissionen erhöhen und damit klimaschädlich sein kann. Andererseits sickert durch, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbar entschlossen ist, ein LNG-Terminal in Deutschland für das besonders klimaschädliche US-Fracking-Gas mitzufinanzieren, und die Bundesregierung dafür 500 Millionen Euro bereitstellen will. Damit würde die Kanzlerin den Klimaschutz bedenkenlos den Macht- und Wirtschaftsinteressen des US-Präsidenten Donald Trump opfern.

Dieser Vorgang muss aufgeklärt werden und ich habe dazu bereits die Bundesregierung schriftlich befragt.

Völlig inakzeptabel finde ich ebenso, dass ein LNG – Terminal Projekt scheinbar gegen alle Widerstände im Schweinsgalopp durchgedrückt werden soll, wenn bis zum Ende des Jahres über den Antrag eines internationalen Konsortiums auf finanzielle Unterstützung eines Terminals bei Stade entschieden werden soll.

Wer das Klima retten will, muss jetzt konsequent umsteuern.

Statt öffentliche Gelder für eine klimaschädliche Investitionsruine wie das LNG-Schiffsterminal zu verschleudern, muss das Geld in den forcierten Ausbau der Erneuerbaren Energien investiert werden. Nicht gefracktes Gas mit einer miserablen Klimabilanz ist die Zukunft, sondern erneuerbare Energiequellen wie Sonne und Wind.“

 

 


Ausdruck vom: 20.11.2018, 05:29:42 Uhr
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