Hochradioaktiv, atombombenfähig, gefährlich: Vorbereitungen für Atomtransporte von Garching nach Ahaus stoppen

Die Vorbereitungen für die gefährlichen Straßen-Transporte von atomwaffenfähigen und hochradioaktivem Atommüll aus dem Forschungsreaktor München Garching (FRM II) in das Zwischenlager nach Ahaus (NRW) haben eine weitere Hürde genommen: Jetzt hat der für diese Transporte erforderliche neue Castor-Behälter vom Typ MTR-3 (Infos vom Hersteller GNS, PDF) die verkehrsrechtliche Zulassung durch die zuständigen Behörden erhalten. Weil aus Kostengründen in Garching auf ein ausreichendes Zwischenlager verzichtet wurde, droht die Abschaltung des Forschungsreaktors, wenn der Atommüll nicht aus dem Nasslager abtransportiert werden kann.

Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter aus Münster (NRW) und Sprecher für Atomausstieg der Bundestagsfraktion DIE LINKE: „Trotz aller Auflagen und weltweiter Kritik wird im Forschungsreaktor Garching mit Duldung der bayerischen Staatsregierung und der Bundesregierung zugelassen, dass atomwaffenfähiger Uranbrennstoff weiterhin eingesetzt wird. Schon das ist skandalös.

Hinzu kommt, dass in Deutschland immer noch vollkommen ungeklärt ist, wo derart gefährlicher Atommüll eigentlich dauerhaft gelagert werden kann. Völlig unverantwortlich ist es, dieses brisante Material von einer Zwischenlösung zur nächsten zu verschieben. Hochradioaktiv und atombombenfähig: Es gibt wohl kaum gefährlicheres Material in der Bundesrepublik und nichts dürfte angesichts gewachsener Terrorgefahren riskanter sein, als derartiges Zeug auf der Straße quer durch die Republik zur nächsten Zwischenlösung nach Ahaus zu transportieren. Gepanzerte Spezialfahrzeuge, wie sie derzeit für den Transport entwickelt und gebaut werden, werden letztlich diese Risiken nicht beseitigen können“, so Zdebel.

Der Abgeordnete weiter: „Erst jüngst hatte das Nationale Begleitgremium (NBG) bei der ‚Endlagersuche‘ in einem Gutachten vor den enormen Risiken des Mülls aus Garching gewarnt. Darin wird gefordert, das waffenfähige Uran im  Atommüll vor der weiteren Zwischenlagerung unbedingt abzureichern, um Terrorrisiken zu minimieren. Ich teile die Forderungen von Anti-Atom-Initiativen und -Verbänden, auf die gefährlichen Atomtransporte mit atomwaffenfähigem Uran von Garching quer durch die Republik nach Ahaus zu verzichten und in Garching umgehend mit dem Bau eines neuen Zwischenlagers zu beginnen.“

  • Proteste: Bundesweit rufen Anti-Atom-Gruppen und -Verbände am Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima am 9. März zu einer Demonstration in Ahaus auf. Hier alle Informationen und der Aufruf (PDF).


Ausdruck vom: 26.06.2019, 22:31:03 Uhr
Beitrags-URL: http://www.hubertus-zdebel.de/hochradioaktiv-atombombenfaehig-gefaehrlich-vorbereitungen-fuer-atomtransporte-von-garching-nach-ahaus-stoppen/
© 2019 Hubertus Zdebel, MdB