Auflösung Hans-Joachim-Martini-Stiftung: Zdebel (DIE LINKE) fragt nach

Der münsteraner Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE) hat bei der Bundesregierung bezüglich des aktuellen Stands bei der Abwicklung der wegen der SS-Mitgliedschaft des Namensgebers umstrittenen Hans-Joachim-Martini-Stiftung nachgefragt: „Die bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) angesiedelte Stiftung sollte bis Ende 2016 aufgelöst werden. Seitdem ist es merkwürdig still geworden.“

 

Zdebel weiter:

 

„Die Hans-Joachim-Martini-Stiftung gehört schon allein wegen ihres Namens aufgelöst. Unter anderem von mir recherchierte Dokumente weisen den ehemaligen BGR-Präsidenten Hans-Joachim Martini als bekennenden Nazi und einstiges SS-Mitglied aus.

 

Nach Recherchen von WDR, NDR und SZ wurden aus Mitteln der von Industrieunternehmen gegründeten Stiftung auch Studien finanziert, die etwa den Klimawandel relativierten oder die Tauglichkeit des umstrittenen Endlager-Projekts Gorleben beweisen sollten. Die Erkenntnisse kamen auch einigen die Stiftung fördernden Firmen zupass. Alle Unterlagen ihrer Tätigkeit müssen auf den Tisch.

 

Ferner möchte ich wissen, wieweit die vom Bundeswirtschaftsministerium in Aussicht gestellte angekündigte historische Aufarbeitung der Geschichte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und ihres nationalsozialistischen Hintergrunds gediehen ist. Es ist überaus wichtig, die Rolle ehemaliger Präsidenten der BGR und ihrer Vorgängerorganisationen aufzuklären. Nicht nur Hans-Joachim Martini, sondern auch Alfred Bentz und Gerhard Richter(-Bernburg) sind hier zu nennen. Dazu muss auch gehören, ob und inwieweit ihre damaligen Verstrickungen in die Kriegsmaschinerie von Nazi-Deutschland später in der Bundesrepublik Auswirkungen hatten.“

 


Ausdruck vom: 21.10.2017, 10:26:10 Uhr
Beitrags-URL: http://www.hubertus-zdebel.de/aufloesung-hans-joachim-martini-stiftung-zdebel-die-linke-fragt-nach/
© 2017 Hubertus Zdebel, MdB